Uracher Wasserfälle

Der Uracher Wasserfall befindet sich zwei Kilometer südwestlich von Bad Urach im Maisental. Kann schon sein, dass ich als kleines Kind mal dort gewesen bin. Erinnern konnte ich mich aber nicht . Als wir Ende 2017 durch Australien gereist sind, haben wir uns auch zwei solcher Wasserfälle angesehen. Ich war damals schon recht beeindruckt. Der Uracher Wasserfall war aber der bisher größte seiner Art.

Fakten über den Wasserfall

Die Quelle des Wassers liegt über 600 Meter über dem Meeresspiegel. Je nach Jahreszeit und vorherigen Regenfällen liegt die Wassermenge zwischen 70 und 420 l/s. Das glasklare, sehr kalkhaltige Wasser fällt 37 Meter in die Tiefe. Je nach Wetterlage bilden sich mehrere kleine Wasseradern, die anschließend durchs Tal fließen. Der Bereich um den Wasserfall wurde früher zum Abbau von Kalktuff genutzt, der zum Beispiel für den Bau der Uracher Amaduskirche genutzt wurde.

Bad Urach mit der Amaduskirche

Die Wanderroute

Unsere Route

Es gibt noch diverse andere Routen mit über 10 Kilometer Länge. Unsere war nur 5,8 Kilometer lang und beinhaltete den unteren und den oberen Wasserfallweg. Die Strecke ist weitgehendst von Steigungen befreit.-von der Steigung am Wasserfall abgesehen. Für uns sollte es ein gemütlicher Spaziergang und kein stressiger Halbmarathon werden.

Die Route startet am Parkplatz Maisental. Zum Wasserfall sind es rund 2 Kilometer entgegen der Flussrichtung des Wassers. Im Laufe der Strecke kommt man an Feuerstellen, Aussichtpunkten, Hütten und natürlich am besagten Wasserfall vorbei. Eine enorm idyllische Gegend. Um auch die anderen Routen zu testen, haben wir uns geschworen, irgendwann nochmal dort vorbei zu gehen. Vielleicht sogar mit Grillsachen. Würde sich auf jeden Fall anbieten.

Allerdings muss man sagen, dass die Route nach der Hütte oberhalb des Wasserfalls (oberer Wasserfallweg) etwas langweilig wird. Wer gerne noch weniger laufen möchte, könnte eine Pause an der Hütte einlegen, eine Kleinigkeit essen und trinken, um dann wieder umzukehren. Das Beste hat man dann bereits gesehen.

Der unterer Wasserfallweg stellt hier eindeutig das Highlight der Route dar.

Die starken Strömungen sollte man nicht unterschätzen. Kleine Kinder und Hunde kann man allerdings an etwas ruhigeren Abschnitten die Füße ins Wasser strecken lassen.

Das glasklare Wasser des Brühlbachs.

Der Wasserfall

Nach wenigen Minuten kommt man schließlich zum Urbacher Wasserfall.

Was würde sich bei einem Wasserfall mehr anbieten, als erneut den Graufilter zu testen. Wie man sofort erkennen kann, wird das Wasser herrlich weichgezeichnet. Einfach ein wunderschöner Effekt.

Abseits der Pfade

Für das Bild „Abseits der Pfade“ holte ich mir nasse Füße, weil ich es einfach nicht lassen konnte, über einen Arm des Bachs hindurch zu waden, um einen steilen Hügel hinaufzulaufen. Quasi ein Bild aus dem Zentrum heraus. Es lohnt sich.

Tipp am Rande: Holt euch keine nassen Füße, indem ihr anstatt Turnschuhe, Trackingschuhe anzieht. Lauf zuerst auf der rechten Seite den Hügel hinauf. Erstens, weil es dort Stufen gibt, zweitens, weil ihr trotzdem ein Bild aus dem Zentrum machen könnt, ohne durch den Dreck zu stiefeln. Gesehen hab ich das erst, als ich bereits oben war.

Blick vom rechten Seitenpfad aus
Am Fuße des Wasserfalls

Ab hier wird es extrem rutschig. Also ein bisschen aufpassen, wo man hintritt. Die Stufen sind aus glattem einbetoniertem Stein. Ab hier führt ein kurzer etwas steilerer Weg nach oben zum Kopf des Wasserfalls und zu einer Hütte, die Essen, Trinken und Toiletten bietet.

Blick vom Kopf des Wasserfalls
Hier schießt das Wasser nach unten
Die Steinbrücke in Richtung der Wasserfallhütte

Der Rastplatz

Die Wasserfallhütte

Ein Radler und eine Weinschorle tun nach so einem Aufstieg gut. Viele sahen das genauso wie wir. Zu viel sollte man von der kleinen Hütte allerdings nicht erwarten. Das Angebot von Essen und Getränken ist sehr begrenzt. Lecker war es aber trotzdem.

An der Hütte ist mir die erste Grillstelle aufgefallen, an der man sich gemütlich zusammensetzen und ein paar Würstchen ins Feuer halten kann.

Restlicher Verlauf

Nach der Hütte folgt ein langer Waldweg, der außer eine weitere Grillstelle mitten im Wald, nicht sonderlich viel zu bieten hat. Steigungen muss man allerdings auch keine mehr überwinden.

Das nächste Mal darf die lange Route dran glauben. Eine alte Bugruine haben wir auch ausgelassen. Es gibt also noch ein bisschen was zu sehen, worauf wir uns jetzt schon sehr freuen.

Stuttgarter Schlossplatz – Unterwegs mit meinen neuen Graufiltern

Neu in meine Ausrüstung hinzugefügt wurde ein Graufilter, den ich mir schon etwas längere Zeiten wünschte. Bei meinen Recherchen stellte ich schnell fest, dass man für einen Graufilter ordentlich viel Geld liegen lassen kann. Da dies meine ersten Graufilter sind und ich diese erst ausprobieren möchte, bevor ich mich in Unkosten stürze, sollten meine neuen Filter nicht zu teuer sein. Ich entschied mich für ein Dreierset der australischen Firma GOBE für um die 50€. Mit einem ND8, ND64 und ND1000 Filter erhält man eine, für mir sehr sinnvolle und breitgefächerte, Auswahl.

Für was ist ein solcher Filter gut?

Viele dürften den Effekt kennen, wenn man nachts ein Bild machen möchte, die Kamera auf ein Stativ stellt und mehrere Sekunden belichtet. Je länger man belichtet, wird das Bild immer heller. Somit erkennt man auch in tiefster Nacht Details der Umgebung. Bewegungen verschwimmen stark – bei sehr langen Belichtungszeiten sogar so stark, dass sich bewegende Objekte komplett verschwinden.

Was macht man nun, wenn man bei helllichtem Tag mehrere Sekunden belichten möchte? Macht man das ohne Hilfsmittel, wird das Bild auf Grund der viel zu hohen Lichtmenge viel zu hell. Ein Graufilter schafft Abhilfe. Dieser hat eine gewisse Lichtdurchlässigkeit. Je höher die Kennziffer auf dem Filter, desto lichtundurchlässiger ist er.

Stellt man die drei Filter, die ich gekauft habe in einer Tabelle gegenüber wird deutlich, was hier mit der Lichtmenge passiert.

Filtertyp Anzahl der
Blendstufenverringerung [n]
Lichtdurchlässigkeit [%]
ND8312,5
ND6461,5
ND1000100,098

Das bedeutet, dass im Falle des ND1000 Filters, der für meine Bilder in diesem Beispiel verwendet wurde, die eingestellte Blende an der Kamera um Faktor 10 verringert wird. Fotografiert man nun mit einer Blende von f2, wird die einfallende Lichtmenge so stark verringert, dass es ohne Filter einer Blende f20 entsprechen würde, da nur noch 0,098% der eigentlichen Lichtmenge beim Sensor ankommt. Durch diesen Effekt hat man dann die Möglichkeit, deutlich länger zu belichten, ohne das das Bild überbelichtet.

Der Effekt

Stuttgarter Schlossplatz. Schloss mit Brunnen im Vordergrund

Wie man nun unschwer erkennen kann, verschwimmen nun auch bei Tageslicht die Bewegungen der Menschen so stark, dass sie kaum noch zu sehen sind. Per Photoshop lassen sich die „Reste“ der Personen mit Leichtigkeit entfernen.

Stuttgarter Schlossplatz. Schloss mit Brunnen im Vordergrund

Die Wasserbewegungen verschwimmen so stark, dass keine einzelnen Tropfen mehr wahrnehmbar sind. Stattdessen entsteht eine samtig weiche Wasserbewegung. Auch das Wasserbecken in dem sich das Wasser von oben sammelt, wird samtig weich und bekommt eine matte Oberfläche. Spiegelungen im Wasser sind somit kaum noch sichtbar.

Die Nachteile

Ein solcher Filter hat auch Nachteile. Viele der Filter, vor allem die Billigfilter, verfälschen sehr stark die Farben eines Bildes. Für mich haben diese Nachteile allerdings keine Relevanz, da ich ohnehin eher selten die Farbgebung eines Bildes im Photoshop originalgetreu beibehalte.

Ein Nachteil speziell meiner Filter ist, dass diese Filter auf das vorhandene Objektiv geschraubt werden. Somit passen die Filter auf kein anderes Objektiv, außer es hat auch einen Durchmesser von 43 mm. Vielseitiger und für alle Objektive im Sortiment passend, wäre ein Steckfiltersystem mit Filterhalter. Dieser Filterhalter lässt sich an jedem Objektiv befestigen und einzelne Filter per Stecksystem einsetzen. Der Nachteil an solchen Systemen ist allerdings, dass eventuell seitlich eintretende Licht, da der Filterhalter nicht sauber mit dem Objektiv abschließt. Je nach Variantenvielfalt eines solchen Systems, können dann sehr schnell mehrere Hunderte Euro für solche Filter zusammenkommen. Hier sollte man meiner Meinung nach gründlich abwägen, welches System für einen das Beste ist.

Potential

Stuttgarter Schlossplatz. Schloss mit Brunnen im Vordergrund

Aufnahmen vom Strand in Richtung Meer, lassen das Meer wie einen matten Spiegel wirken, der auch den Wellengang verschwinden lässt. Wasserfälle werden, je nach Belichtungsdauer weichgezeichnet. Ein Tropfenbach wirkt auf einem solchen Bild viel ruhiger und homogener. In einer Szene, in der viele Menschen an der Linse vorbeilaufen werde quasi ausgeblendet. Somit kommt ein Objekt, an dem viele Menschen vorüber laufen, nach längerer Belichtung enorm gut zur Geltung.

Diese Anwendungen möchte ich spätestens an meinem nächsten Trip voll auskosten und werde euch darüber berichten. Mit hoffentlich schönen Ergebnissen.