Rundreise – Kuba

Unsere erste größere Reise 2016 sollte was Besonderes sein. Anfangs wollten wir es mit Mexiko probieren, bis einer von uns auf der Landkarte an der größten Karibikinsel hängen blieb.

Wir wollten nicht selbst die einzelnen Hotels und Routen zusammen suchen müssen, deswegen entschieden wir uns für eine geführte Rundreise. Das Komplettpaket sozusagen. Für die 20 Personen, die sich an der Rundreise beteiligten, stand immer ein Bus mit samt Fahrer und Reiseführer bereit.

Unsere Tour verlief über die komplette Insel. Dabei legten wir folgende Stops ein:

  • Havanna
  • Pinar del Rio
  • Havanna Flughafen
  • Santiago de Cuba
  • El Cobre
  • Camagüey
  • Sancti Spíritus
  • Topes De Collantes
  • Trinidad
  • Cienfuegos
  • Varadero

Die Strecken wurden komplett mit dem Bus bewältigt. Die Ausnahme war ein Inlandsflug von Havanna nach Santiago de Cuba.

Über Kuba

Kuba ist die größte Insel der Karibik und ein bürokratisch-autoritärer Staat. Viele Firmen liegen in der Hand des Staates und werden von diesem kontrolliert. Heutzutage gibt es allerdings immer mehr Ausnahmen, in der Privatpersonen die Möglichkeit haben, sich selbstständig zu machen. In Kuba war das früher keine Selbstverständlichkeit. Um hier nicht einen zweiten Wikipediaeintrag zu erstellen, möchte ich allerdings viel mehr über meine persönlichen Erfahrungen von diesem Land berichten.

Begleitet wurden wir, wie erwähnt von einem Reiseführer. Da die Meinungs- und Pressefreiheiten in Kuba stark beschnitten sind, und der Tourismus streng vom Staat kontrolliert wird, muss man die Informationen, die man von einem Reiseführer erhält, mit Vorsicht genießen. Das ist zumindest meine Einschätzung. So wurde die Route eines Taxifahrers zum Beispiel, den wir bei der Abreise in Anspruch nahmen, über ein GPS Modul, in unserem Fall hinter dem Fahrersitz, überwacht. Wir wurden auch das Gefühl nicht los, dass auch der Reiseführer nicht immer das sagen durfte, was er wirklich denkt.

Fakt ist allerdings, dass Kuba, für lateinamerikanische Verhältnisse ein gutes Bildungs- und Gesundheitswesen vorzuweisen hat. Allerdings mangelt es dort an Lehrern und Ärzten, da die hochgebildeten Kubaner in vielen Fällen im Ausland arbeiten, da dort die Gehälter ein Vielfaches über dem in Kuba liegen. Viele der Menschen in Kuba arbeiten auf Grund der Entlohnungen auch bewusst in der Tourismusbranche. Dort liegen allein die Trinkgelder der Touristen weit über den monatlichen Verdienstmöglichkeiten eines kubanischen Arbeiters. Somit gehörten Menschen, wie unser Reiseleiter zu den wohlhabenderen Menschen auf Kuba.

Währungen

Für uns eher ungewöhnlich ist, dass es in Kuba zwei Währungen gibt. Hierbei handelt es sich um Peso Cubano (CUP) und Peso convertible (CUC). CUP ist die Währung, die vom Staat an die Bewohner ausgezahlt werden. Damit können die Einheimischen in Supermärkten ihre gewünschten Waren einkaufen. Touristen bezahlen mit dem vom Wert an den US-Dollar gekoppelten CUC. Somit ist der Wert von CUC um den Faktor 25 höher als der des CUP. Das verdeutlicht, warum die Touristenbranche für kubanische Einheimische so begehrt ist. Außerhalb des Tourismus haben die Einwohner dort keine Möglichkeit an die lukrativere Währung CUC zu gelangen. Umgekehrt ist es Touristen ebenfalls nicht möglich, ausländisches Geld in CUP einzutauschen oder gar am Automaten CUP abzuheben.

Guter alter Gebrauchter

Vielleicht kennt der ein oder andere die mit wunderschönen, in grellen Farben leuchtenden Oldtimer, die man online so finden kann, wenn man sich für Kuba interessiert. Wenn ihr euch fragt, wo die alle her kommen, gibt es dafür eine einfache allerdings für uns Europäer sehr verblüffende Erklärung: Den Kubanern war es bis in das Jahr 2014 nicht gestattet Autos zu importieren. Da die Kubaner selbst keine Autos produzieren, war es somit nicht gestattet, ein neues Auto zu kaufen. Die Einwohner hatten bis vor Kurzem also keine andere Möglichkeit, die Autos, die sie hatten, am Leben zu erhalten. Somit wurden sie zu echten Profis, was die Reparatur der alten Gefährten anging. In einigen Autos werkeln auch nicht mehr die originalen Motoren unter der Haube. Für mich sehr einprägsam war die Präsentation eines 60 Jahre alten Rolls Royce an einer Raststätte, der nach so langer Zeit noch funktionierende elektrische Fensterheber im hinteren Bereich des Fahrzeugs verbaut hatte. Absolut umwerfend, das man zu damaligen Zeiten überhaupt ein Auto kaufen konnte, der eine solche technisch hochwertige Ausstattung bot.

Die Highlights

José-Martí-Denkmal in Havanna am Plaza de la Revolución

Havanna ist wirklich eine Wucht. Wir waren nur kurze Zeit in der Stadt. Man kann aber locker eine Woche hier verbringen und es wird einem nicht langweilig. Hier gibt es unzählige Denkmäler und Plätze. Nicht nur Havanna, sondern auch so ziemlich jede einzelne Stadt auf Kuba, hat einen solchen Platz mit einem solchen Namen. Wir nahmen Platz in einer typischen Bar in einem Hinterhof und tranken einen ausgezeichneten Mojito und besuchten als Abschluss noch die ehemalige Finca des weltbekannten Ernest Hemingway.

Eine Tabakplantage eines Bauern in Pinar del Rio

Als absolutes Kontrastprogramm zu Großstadt Havanna ist die ländliche Gegend in Pinar del Rio. Hier trifft man auf hügelige, von Wäldern überzogene Landstriche. Wir besuchten vor Ort einen Tabakbauern, der uns auf seinen Hof einlud und uns frisch gedrehte Zigarren verkaufte. Anschließend machten wir eine kurze Bootstour auf einen unterirdischen Fluss der durch ein Höhlensystem verlief und kamen in einem versteckten Tal dahinter wieder raus. Hier verdrückte die Gruppe quasi mitten im Dschungel zwei Spanferkel. Die Kubaner essen übrigens generell sehr viel Reis mit Bohnen. Anfangs hatte ich damit noch keine Probleme, irgendwann kann man diese Zutaten allerdings nicht mehr sehen.

Ein Leuchtturm in der unmittelbaren Nähe der Festung Castillo de San Pedro de la Roca (Santiago de Cuba)

Neben Santiago de Cuba besuchten wird auch eine Festung am Rande der Stadt. An diesem Tag ging es mir leider extrem schlecht, so dass ich nicht sonderlich viele Bilder machen konnte und wollte. Mich plagte ein Tag zuvor etwas Fieber. Bei mir auf Reisen leider keine Seltenheit.

Das Nationalheiligtum der Katholiken in Kuba mit dem langen Namen: Basílica Santuario Nacional de Nuestra Señora de la Caridad del Cobre

Wie unser Reiseführer uns erzählt hat, handelt es sich bei dieser Kirche in dem kleinen Örtchen El Cobre um ein Nationalheiligtum. Menschen sind kilometerlang auf Knien zur Kirche gelaufen, um Buse zu tun. Betreten konnten wir die Kirche nicht, da wir sonst den laufenden Gottesdienst gestört hätten. Diese Kirche beherbergt übrigens die 23 karätige Goldmedaille, die Ernest Hemingway 1954 in Verbindung eines Literaturnobelpreises überreicht bekam. Er machte diese Medaille Kuba zum Geschenk.

Kathedrale in Camagüey

Zwei kürzere Stopps legten wir in Camagüey und Sancti Spiritus ein. Hier wurden wir mit einem Fahrradtaxi zu einem Markt gebracht über diesen wir schlendern durften. Limetten, Papayas, Zwiebeln, Mangos, Ananas, Fleisch und noch viele andere Dinge, konnte man hier kaufen.

Blick von einem Aussichtsturm in Topes de Collantes

Eigentlich ist das Topes de Collantes ein richtig schöner uriger Ort. Leider wurden diese zwei Übernachtungen mitten im Nirgendwo für uns zum absoluten Albtraum. Um einen kleinen Tipp zu geben: Es hat etwas mit starkem anhaltenden Regen und Trockenheit suchendes Ungeziefer zu tun. Lecker. Die Trucktour und die Wanderung mitten durch den Regenwald, waren allerdings ein spannendes Erlebnis. Trotz den Horrornächten und dem einhergehenden Schlafmangel an den Tagen danach.

Blick über Trinidad

Für die zwei etwas unangenehmeren Nächte wurde wir in Trinidad entlohnt. Eine wundervolle Stadt. Das Bild entstand auf einem Aussichtturm, der über eine extrem enge Treppe betreten werden musste.

Blick vom Strand auf unser Hotel Las Américas in Varadero

Abgeschlossen wurde die Rundreise mit einem einwöchigen Aufenthalt im Hotel Las Américas am wunderschönen Strand von Varadero. Hier war wirklich alles perfekt. Mehrere Restaurants die Essen à la carte anboten, mehrere große Pools, eine Poolbar, ein wunderschöner und ruhiger Strand, ordentliche und saubere Zimmer und WLAN in der Lobby. Ach ja, so viel Rum, wie man nur trinken konnte. Hier bin ich auf den Geschmack von 7 jährigen Rum gekommen. Pur, ohne Eis. Mit kubanischem Felling natürlich viel besser, als er in Deutschland je sein würde.

One thought

  1. Toller Reisebericht mit viel Information wenn jemand Kuba bereisen möchte. Die tollen amerikanischen Strassenkreuzer sind natürlich bekannt für Kuba. Zum Teil wahre Schmuckstücke !!!
    Fazit nochmals : Toller Reisebeitrag

    Gefällt 1 Person

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