Noosa – Australien (Teil 1)

Noosa wird vom Noosa River und Lake Weyba durchzogen.

„Die unbekannten Wege sind die Geschenke des Lebens.“

Weisheit der Ureinwohner Australiens

Egal ob wir uns nun im Internet oder Oldschool über gedruckte Reiseführer informiert haben. Die Aussage war immer die Gleiche. Noosa muss man gesehen haben. Dieser Ort war, nachdem wir in Brisbane gelandet waren und eine Nacht in Scarborough verbracht hatten, unsere dritte Station. Und wir waren gespannt!

wie auf dem Land

Als wir das Ortschild von Noosa passierten, fiel einem die Schönheit direkt auf. Die Hauptstraße war nicht zu breit. Ganz viele Querstraßen führten weg in die jeweiligen Wohngebiete. Es war angenehm ruhig hier, trotzdem gab es eine umfangreiche Infrastruktur. Noosa war auch der Ort an dem wir das erste Mal ein spezielles Geschäft besuchten, an dem man ausschließlich Alkohol kaufen konnte. Sogenannte Liquid Stores.

Alkoholprobleme

In Australien ist der Umgang mit Alkohol etwas anders, wie in Deutschland. Alkoholische Getränke kann man in einem gewöhnlichen Supermarkt nicht kaufen, sondern muss dafür in separate Shops. Zusätzlich wird Alkohol in Australien mit einer heftigen Steuer belegt. Eine Flasche Jack Daniels kostet dort um die 50 australische Dollar. Umgerechnet ungefähr 32 Euro. Eine Flasche Wein schlägt mit mindestens 10 Euro zu Buche. Den billigsten Tetrapack-Wein kann man aber, entgegen der Vermutungen, recht gut trinken. Die dritte Eigenschaft bezüglich Alkohol in Australien ist, dass das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit streckenweise verboten ist. Erwischt man euch in einer Verbotszone mit einer geöffneten Alkoholflasche, kostet es euch bis zu 500 Dollar. Zigaretten bilden übrigens keine Ausnahme. Eine große Schachtel kostet dort 30 Dollar. Das Rausschnippen eines Zigarettenstummels aus dem Auto, wird mit bis zu 2000 Dollar geahndet. Angesichts der Dürrezeiten und der damit einhergehenden Brandgefahr, sind solch drastische Maßnahmen verständlich.

Positiv ist, dass viele Restaurants einen sogenannten „BYO“-Service („bring your own“) anbieten. Das heißt, du bist berechtigt, in solche Restaurants deinen eigenen Alkohol mitzubringen. Von den Kellnern wird dieser sogar auf Wunsch für dich kalt gestellt.

Platzprobleme

Ursprünglich wollten wir im „Noosa River Holiday Park“ einchecken. Leider mussten wir feststellen, dass dieser bereits komplett ausgebucht war. Wir entschieden uns dann für zwei Nächte im „Noosa Caravan Park“. Wie sich im Nachhinein herausstellte, die bewertungstechnisch sogar bessere Alternative.

Noosa Caravan Park. Blick von unserem Frühstückstisch.

Wir unternahmen abends noch einen Trip in die Stadt. Auf die Suche nach etwas zu essen. Schließlich haben wir uns in einen Italiener gesetzt und beide Pizza gegessen. Meine hatte einen ungewöhnlich dicken Boden und wurde mit Barbecue Soße verfeinert. Außergewöhnlich, aber gut. Ob man jetzt in Australien unbedingt Pizza essen sollte, weiß ich im Nachhinein auch nicht. Aber ein Fehler war es unserer bescheidenen Meinung nach nicht.

Australian Peeling. Ein Vogel, dem man häufig im Park begegnet.

Fokussierprobleme

3 Uhr nachts und ich musste aufs Klo. Also leise aus dem Camper schleichen und Richtung Toilette laufen. Eine kleine Taschenlampe ist empfehlenswert, wenn man nachts unterwegs ist. Die Umgebung ist doch eher dunkel. Auch auf Campingplätzen.

Ich stand dann also mitten in der Nacht vor unserem Camper und sah mich um. Über mir ein Sternenhimmel, den ich so in dieser Form noch nie gesehen hatte. Man denkt nicht nur: „Oh. Schöner Sternenhimmel.“ Nein. Man kommt sich vor wie Teil einer schlechten Hollywoodkulisse für einen viel zu kitschigen Schnulzenfilm zu sein. Einfach unfassbar! Kaum vorstellbar, wie intensiv die Sterne mitten im Outback leuchten würden. Ich habe zwar direkt meine Frau wecken müssen und auch meine Kamera samt Stativ aufgestellt, leider traf mich die Sternenfotografie sehr unerwartet, so dass ich die richtigen Einstellungen für Kamera und Objektiv nicht wusste. Zum recherchieren war es mir auch zu spät. Das ich mich darüber vorher nicht informiert hatte, ist eine Tatsache, über die ich mich heute noch sehr ärgern könnte.

Gewichtsprobleme

An unserem zweiten Tag hatten wir lange im Voraus bereits einen Coastal Walk durch den Noosa National Park geplant.

Map der verschiedenen Wanderrouten im Noosa National Park.
Quelle: http://howmanymiles.co.uk/wp-content/uploads/2016/08/noosa-map.jpg

Wir entschieden uns für die 5,4 km lange Küstenstrecke (hier in blau dargestellt – Route 4). Diese startete bei der Laguna Bay, verlief vorbei an der Tea Tree Bay, über die Granite Bay, vorbei am Hell’s Gate zur Alexandria Bay. Zum Schluss verlief die Strecke etwas versetzt zur Küste zum Sunshine Beach.

Ich hatte etwas Schiss, weil meine Fotoausrüstung mit samt Drohne an diesem Tag nicht fehlen durfte, sie aber für so lange Strecken eigentlich zu schwer war. Trotzdem probierte ich es und ich sollte es nicht bereuen.

Start der Küstenstrecke war in der Nähe der Laguna Bay.

Wer Angst vor Begegnungen mit Schlangen hat, wird größtenteils mit über dem Boden schwebenden Holzpfaden in Sicherheit gewogen. Das man der ein oder anderen Schlange begegnet, ist unter normalen Umständen nämlich gar nicht so unwahrscheinlich.

Ein kleiner, ins Meer mündende Fluss in der Nähe von der Tea Tree Bay.

Im Bereich der Tea Tree Bay wurden wir von einer kleinen Schlange, die über unseren Pfad kroch überrascht. Leider war sie viel zu schnell, als das ich hier meine Kamera schnell genug aus dem Rucksack hätte holen können. Soweit ich es aber erkennen konnte, handelte es sich um eine ungefährliche Baumschlange, die in Australien häufig zu sehen war.

Die Eukalyptuswälder.

Entlang der Strecke kamen wir an unzähligen Eukalyptuswäldern vorbei. Immer wieder waren hier Hinweisschilder am Wegrand zu finden, auf denen darauf aufmerksam gemacht wurde, dass eventuell ein Koala gesichtet werden kann. Leider hatten wir kein Glück und konnten mit dem bloßen Auge nichts erkennen. In der Regel sitzen diese auch zu weit in den Baumkronen, getarnt von Eukalyptusblättern. Auch mein Telezoomobjektiv reichte als Vergrößerung zum Suchen nicht aus.

Tea Tree Bay mit einer Ansammlung von Steinmännchen.
Der bereits etwas höher gelegene Weg kurz vor dem Hell’s Gate.

Zeitprobleme

Da wir uns sehr viel Zeit für Bilder genommen hatten, mussten wir den bereits erschreckend tiefen Stand der Sonne realisieren.

Hell’s Gate. Seinen Namen hat diese Bucht auf Grund der extremen Strömungen und den messerscharfen Felsen.

Auf halber Strecke, am Hell’s Gate legten wir eine kurze Drohnenpause ein. Hier sind auch viele Greifvögel bei der Jagd zu beobachten. Ein Fernglas ist dann aber notwendig, um etwas genaueres erkennen zu können. Auch sind in diesem Bereich viele Schildkröten zu beobachten.

Hell’s Gate mit einem wunderbaren Blick auf die Alexandria Bay.
Alexandria Bay beim Sonnenuntergang.

In der Alexandria Bay hatten einige, vielleicht etwas lebensmüde Surfer ihren Spaß. Baden ist hier allerdings nicht gestattet, wegen zu starken Strömungen und unterirdischen Felsen, an denen man sich schwer verletzen könnte. Die Sonne verschwand in diesem Moment bereits beinahe hinter dem Horizont. Wir mussten uns also etwas beeilen.

Tranferprobleme

Am Ende der Route wird man mit einem atemberaubenden Blick auf den Sunshine Beach belohnt.

Gerade noch so rechtzeitig schafften wir es noch bei Tageslicht an den gewünschten Zielort. Dennoch mussten wir die letzten paar hundert Meter rennen, um den letzten Bus noch zu bekommen, der uns zurück zu unserem Campingplatz brachte.

Problemlos zufrieden & glücklich

Wir saßen äußerst zufrieden im Bus und freuten uns über den perfekten Tag. Bei solchen Wanderungen wird einem beim Betrachten auf Google Maps erst richtig klar, wie riesig Noosa und wie lang die Strände tatsächlich waren.

Ein absolutes Highlight unseres Trips durch Australien. Ab diesem Moment vermuteten wir nicht mehr länger, dass unser Urlaub etwas ganz besonderes werden würde. Wir wussten es. Und wir waren gespannt auf alle kommenden Eindrücke.

Känguruprobleme

Eine Sache enttäuschte uns allerdings: Wir waren nun schon 3 Tage auf australischem Boden und hatten noch kein einziges lebendes Känguru in freier Wildbahn gesehen. Allerdings um so mehr totgefahrene am Straßenrand. Wir beschlossen zumindest, ab diesem Tag die Augen offen zu halten und vielleicht auch mal auf die Suche nach diesen einzigartigen Beuteltieren zu gehen.

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