Privater Internetauftritt – 5 Gründe gegen soziale Netzwerke

Photographil. Mein eigener Blog. Endlich. Ich finde viel mehr Menschen sollten ihre eigene Homepage verwalten und gestalten, anstatt sich ausschließlich den sozialen Netzwerken zu unterwerfen.

Wie geht man also vor? Wo möchte man präsent sein? Was sollte auf jeden Fall vermieden werden. Wie soll das Ganze dann aussehen?

Soziale Medien können eine Rolle spielen. Einige würden sagen, sie müssen eine Rolle spielen. Es gibt allerdings einige Gründe nicht komplett auf soziale Netzwerke zu setzen. Fünf von ihnen – die für mich schwerwiegendesten Punkte – möchte ich hier für euch aufführen.

Anmeldebarriere

Jedes Netzwerk ist darauf bedacht, dass der Nutzer ein Nutzerkonto einrichtet. Ob kostenlos oder nicht, der Anwender muss immer mehr oder weniger Daten eingeben und sich damit den Zugang zum Netzwerk erkaufen. Extrem viele Inhalte sind für einen Außenstehenden nicht sichtbar. So können potenzielle Leser einen Beitrag innerhalb eines Netzwerkes manchmal nicht mal lesen, geschweige denn bewerten oder kommentieren. Das Internet und dessen Inhalte sollte allerdings ein freier Ort sein, in dem keiner bevorzugt oder ausgeschlossen wird.

Keine Individualität

Möchtest du einen Beitrag bei Facebook posten, gibt es gewisse Einstellungen, die du vornehmen kannst. So kannst du den Beitrag für bestimmte Personen unsichtbar schalten, die Schriftgröße ändern oder ein Bild bzw. Link hinzufügen. Die Individualität ist aber begrenzt. So ist jeder Beitrag, jedes Profil oder jede Seite der anderen sehr ähnlich. Einen Beitrag oder Bild einrahmen – nicht möglich. Eine komplett andere Schriftart verwenden – nicht möglich. Einen blinkenden Link einfügen – nicht möglich.
Instagram ist zwar eine super Plattform für User, die Fotos posten möchten, können diese aber leider auch nur mit den bekannten Einschränkungen nutzen. Das Raster der Bildergalerie sieht auf dem Profil gleich aus. Immer drei Bilder nebeneinander. Das Profilbild immer oben links in einer runden Maske. Besitzt man keinen Business-Account, ist sogar die Angabe weiter Informationen über einen selbst enorm eingeschränkt. Auch hier ist es enorm schwierig sich von der Masse abzuheben.

Erstelle ich eine eigene Homepage, kann ich selbst entscheiden, ob ich eine Designvorlage verwende, alles komplett selbst gestalte, ein vorhandenes Design abänder oder eine Firma beauftrage, mir eine Seite zu erstellen. Genauso kann ich zu einem späteren Zeitpunkt das bisher verwendete Design über den Haufen werden und mir ein neues aussuchen, erstellen oder erstellen lassen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Werbung

In unserer heutigen Welt spielt die Werbung eine riesige Rolle. Firmen wie Google sind mit ihrem Geschäftsmodell mit der Werbung zu einem der wertvollsten Firmen angewachsen, die auf der Welt zu finden sind. Nachvollziehbar, wenn man sich vor Augen hält, dass die Werbung uns immer und überall im Internet oder auf der Straße umgibt.Halte ich mich in einem sozialen Netzwerk auf, bin ich der Werbung ausgeliefert. Unzählige Firmen verdienen so an mir. Wenn die Werbung auch noch per Pop-up-Fenster genau den Bereich verdeckt, den ich gerade lese, sorgt die eigentlich harmlose Werbung für Frust beim Leser. Sowas will keiner.
Eine eigene Homepage gestalte ich entweder komplett werbefrei oder ich platziere Werbung in dem Maße und an den Stellen, an denen ich es für richtig halte und habe den netten Nebeneffekt, selbst an ihr zu verdienen.

Abhängigkeit

Einer der wichtigsten Punkte für mich, warum ich mit meiner eigenen Homepage gerne mein eigener Herr bin, ist die Unabhängigkeit. Man stelle sich vor, man hat Tausende oder vielleicht sogar Millionen von Fans. Das eigene Profil wird von Hunderten Bildern, Videos oder Stati geschmückt. Und dann beschließt das soziale Netzwerk die Pforten zu schließen. Dann ist alles weg. Deine Beiträge, deine Bilder, deine Videos, deine Anhänger und deine Fans. Für Influencer quasi der Supergau. Für die Anwender der damaligen Plattformen myspace oder StudiVZ ist dieses Szenario Realität geworden. Auch facebook ist vor dem Absturz nicht sicher. Das Argument, dass bei einem Untergang einer Plattform immer eine neue existiert, die die Zügel weiterhin in die Hand nimmt, ist natürlich richtig. Allerdings ist ein Umzug eines schon Jahre lang existierenden Profils auf eine andere Seite nur sehr schwer zu vollziehen, wenn sogar unmöglich. Man fängt quasi von vorne an. Auch die Leser, Fans und deine privaten Freunde müssen sich erst wieder neu auf deinem Profil der neuen Webseite finden. Der Verlust von einer Großen Leserschaft ist nicht auszuschließen, da vielen das neue Netzwerk vielleicht gar nicht gefällt oder es eventuell mehr als nur eine Alternative von sozialem Netzwerk gibt.

Datenschutz

Die schwerwiegendsten Punkte gegen Facebook und Instagram sind die Datenschutzbedenken, die in den letzten Monaten immer wieder in den Medien zu lesen sind. Da ist die Rede von 1,5 Millionen ausgelesenen E-Mail-Kontaktlisten ohne Zustimmung des Users, unverschlüsselt gespeicherte Passwörter von Nutzern die von Facebook-Mitarbeitern eingesehen werden können, Daten-Deals mit Netflix, Spotify und Yahoo in dem besagte Firmen Zugriffssonderrechte eingeräumt wurden oder zu weit reichende Zugriffsrechte von externen Apps. Durch diese und viele weitere Negativschlagzeilen hat Facebook und somit Instagram als auch WhatsApp längst das Vertrauen der Nutzer verspielt. Ganz darauf zu verzichten wäre sinnvoll, allerdings nicht so einfach. Man hat die Wahl zwischen kommunikativer Isolation oder Akzeptanz all dieser Nachteile der sozialen Medien.

Gibt es auch positives zu berichten?

So viele negative Punkte, die gegen die Nutzung von Facebook und Instagram sprechen, gibt es auch viel Licht, wo es viel Schatten gibt. Die Nutzung von diesen Webseiten ist denkbar einfach und absolut ohne jegliche IT-Kenntnisse möglich. Innerhalb von wenigen Minuten steht das Gerüst des Profils. Genauso schnell und einfach lassen sich diese verwalten. Eine Story auf Instagram oder Facebook ist extrem schnell und nur mit Hilfe eines Smartphones und einer Apps möglich. Leute die sehr viel posten, können dies schnell und einfach tun. Die Nutzung ist, auch wenn die Zahlung mit Daten nicht unterschätzt werden sollte, komplett kostenlos und somit für jedermann möglich. Außer die Registrierung ohne Hürden. Warum Facebook und Instagram so erfolgreich sind lässt sich somit also nachvollziehen. So wie oft ist es so, dass der bessere Weg nicht immer der bequemere ist.

Alternativen haben es schwer

Twitter, Pinterest, Nebenan oder Vero sind nur ein paar der Alternativen. Allerdings ist die Nutzerzahl dieser Netzwerke nicht ansatzweise so hoch wie bei Facebook und somit der Wirkungsgrad niediger. Was macht man in einem Netzwerk, in dem man die Hälfte der Freunde nicht finden kann? Macht sowas Sinn? Für die Nutzer, denen es nicht hundertprozentig um Reichweiten, sondern viel mehr ums Prinzip geht, Facebook nicht nutzen zu wollen, werden es mit der Nutzung der Alternativen einfacher haben.

Und was nun…?

Eine bisher nicht erwähnte Alternative ist noch diese, ganz gezielt komplett auf soziale Netzwerke zu verzichten. Ratsam wäre die Überwachung der eigenen Nutzungszeiten und diese langsam und kontrolliert zu reduzieren. Es kann ungemein befreiend sein zu wissen, dass man durch den Verzicht von sozialen Medien, und der dadurch gewonnen Zeit, sich seinen komplett eigenen Dingen zuwenden zu können. Das Maß der Dinge, in wie weit man die sozialen Medien nun verwendet oder ausschließt, muss jeder selbst für sich entscheiden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s