Kurztrip Gardasee – Teil 2

Glaubt bloß nicht, dass ihr für die Umrundung des Stausee’s Vernagt nur 1,5 Stunden braucht. Wir sind keine schnellen Wanderer. Oft sind wir stehen geblieben, damit ich meine Fotos machen kann. Insgesamt haben wir 4 Stunden gebraucht und waren danach recht platt. Umrundet haben wir den See übrigens im Uhrzeigersinn. Start war an der Staumauer.

Blick vom Ufer direkt an der Staumauer
Ein Blick hinter die Kulissen

Wir wollten die Runde um den See eigentlich gar nicht drehen und dachten auch, dass wir bei der Rundfahrt mit dem Auto ein Tag davor schon alles gesehen hatten. Die andere Seite des Sees hielt aber einige Überraschungen für uns bereit.

Der Staudamm – Leider gesperrt durch eine Baustelle
Der Überlauf des Sees, zum Ersten…
…und zum Zweiten…

Der Überlauf des Sees hat mich am meisten beeindruckt. Man kann online ja so einiges recherchieren. Ich wusste auch, wie es aussieht, wenn das Wasser darin abläuft, allerdings wirken sie real nochmal deutlich größer. Ich würde tippen, dass der obere Durchmesser rund 10 Meter beträgt.

…und zum Dritten
Eine alte Seilrutsche

Nach circa einer Stunde kamen wir zu einem schattigen Plätzchen am Waldrand. Dort waren die Reste einer alten Seilrutsche und einer Hütte zu sehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass beides nicht mehr benutzt wurde, zumindest würde ich der Rutsche nicht mehr trauen.

Der holprige Wanderweg

All zu entspannt ist der Wanderweg im Übrigen nicht. Die Strecke verläuft nur selten komplett eben und ohne Stolperfallen. Ständig verläuft der Weg hoch und runter. Umso verwunderlicher ist die Angabe der 1,5 Stunden Dauer für eine Umrundung. Ich hatte am nächsten Tag guten Muskelkater in den Oberschenkeln.

Wer mich findet, darf mich behalten…
Kleiner Zwischenstop am Ufer

Auf circa halber Strecke verbrachten wir eine halbe Stunde am Ufer, um zu Kräften zu kommen und die wundervolle Atmosphäre zu genießen. Davor verlief ein kleiner Weg durch den Wald. Da Regen- und Gletscherwasser an allen möglichen Stellen die Berge hinabfließen, kommt es hin und wieder vor, dass sich kein klarer Bach bildet, sondern sich das Wasser teils ober- und teils unterirdisch seinen Weg sucht. Wir standen nämlich auf einmal in einer Art Sumpfgebiet und sauten uns unsere Turnschuhe gewaltig ein, inklusive nasser Füße. Das Wetter war gut und somit trocknete es sehr schnell wieder. Angenehm war es trotzdem nicht.

Die erste und zugleich größte Hängebrücke dort

Am südwestlichen Ende des Sees, kamen wir zu der größten Brücke der Gegend. Hier trafen wir auch zuerst vermehrt auf andere Wanderer. Bis dahin waren wir mehr oder weniger alleine unterwegs. Ich musste leider zusehen so schnell wie möglich über die Brücke zu kommen, da diese doch heftiger schaukelte, als ich vom Anblick dieser ausgegangen war.

Der Abschnitt danach war der steilste überhaupt. Hier ging es holprig sehr steil den Berg hoch, allerdings auch recht schnell wieder angenehm abwärts.

Die zweite Hälfte der Wandertour war meist sehr flach verlaufend und somit auch nicht mehr so kräftezehrend.

Die zweite, letzte und etwas kleinere Brücke der Tour

Ab hier ließen wir uns viel Zeit für die restlichen paar Hundert Meter. So viel Zeit, dass wir uns auch mal auf eine Parkbank setzen konnten und ich erneut meinen Graufilter ausprobieren konnte.

Im Hintergrund war auch schon der Ort zu sehen, der zugleich unser Ziel war. Weit war es nun nicht mehr. Ein kleines Highlight überraschte uns allerdings trotzdem noch am Wegrand.

Eine kleine Lamafamilie

Wir staunten nicht schlecht, als wir auf einmal eine kleine Lamafamilie, bestehend aus vier Lamas. Vielleicht weniger eine einfache Familie, als eher eine Patchworkfamilie. Erstaunt hat mich auch, dass sie so sehr an den Menschen gewöhnt waren. Das wir uns nur zwei Meter von ihnen entfernt auf dem Wanderweg bewegten, schien den Tieren überhaupt nichts auszumachen. Am vierten Part dieser Familie liefen wir sogar so knapp vorbei, das ich hätte nach ihm greifen können. Ich hatte nur Angst angespuckt zu werden.

Schließlich erreichten wir unser Auto am Startpunkt neben dem Staudamm und machten uns auf den Weg zu unserer zweiten Etappe unseres Kurztrips.

Nach zwei Stunden Fahrt Richtung Süden, erreichten wir dann schließlich unsere Hauptunterkunft. Das Hotel Riva del Sol in Moniga del Garda.

Riva del Sol
Eingangsbereich des Hotels

Kurztrip Gardasee – Teil 1

Unsere Hochzeit letztes Jahr ist schon wieder fast ein Jahr her. Wir wollten uns zum Hochzeitstag etwas Besonderes gönnen. Wir hätten auch einfach nur essen gehen können, allerdings zog es uns in das schöne Italien.
Zu Weihnachten hatten wir einen mydays-Gutschein geschenkt bekommen, den wir einlösen wollten. Hierzu schauten wir uns die Auswahl an Hotels auf deren Homepage an und orientierten uns per Google-Maps. Wir wollten natürlich ein Hotel an einer möglichst schönen Lokation buchen. Wir wurden in Südtirol fündig. Die Gemeinde hieß „Schnals“. Das Hotel war in dem Ort „Unsre Frau“. Also, der Ort hieß wirklich so. Das Besondere an diesem Ort ist, dass dieser unmittelbar in der Nähe eines Stausees lag. Dieser See hieß „Vernagt“. Wir fanden die Bilder des Hotels sehr ansprechend. Nichts abgehobenes, sondern sehr rustikal und einladend. Die Bewertungen waren ebenfalls sehr gut. Über Google Streetview liefen wir dann virtuell einmal halb um den See. Schon hier erkannten wir, dass dieser Ort etwas ganz besonderes ist.
Geplant war eine Übernachtung. Anschließend wollten wir zum Gardasee weiterreisen. Theoretisch fährt man von uns 4 Stunden zum Hotel in Tirol. Wir entschlossen uns allerdings, durch Österreich über den Fernpass und Landstraßenabschnitte zu fahren. Diese Art der Route nahm mehr Zeit in Anspruch, bot aber etwas fürs Auge und für mich persönlich gab es unheimlich viel zum Fotografieren.

Unsere komplette Route zum Gardasee verlief entlang folgender Haltestellen:

  • Filderstadt
  • Vils
  • Reutte Highline 179
  • Zugspitzblick am Blindsee
  • Nauders
  • Wenns
  • Fließ
  • Graun
  • Unser Frau im Schnalstal (eine Übernachtung)
  • Moniga del Garda (3 Übernachtungen)
Stop bei einer Tankstelle bei Vils

Bei Reutte fuhren wir zur dort bekannten Hängebrücke – der Highline 179. Leider hatten wir nicht die Möglichkeit hochzufahren, da der Lift noch geschlossen war.

Eine kleine Kapelle unterhalb der Reutte Highline 179

Am Zugspitzblick hat man, wie der Name schon sagt, einen sehr schönen Blick auf die Zugspitze. Es lohnt sich sehr früh anzukommen, dann ist das Gedränge nicht so groß. Die Sicht war leider nicht so gut, da es sehr bewölkt war. Somit hatten wir auch keinen freien Blick auf die Zuspitze. Sehr schade. Die Aussicht war trotzdem genial.

Hier darf man sogar Bilder mit echtem Bilderrahmen mit korrekter Ausrichtung zur Zugspitze machen. So ne richtige Touristenattraktion.

Nauders
Eine von vielen kleinen Hütten am Straßenrand bei Wenns
Ein alter rostiger Anhänger

Unser vorübergehender Parkplatz in einer Ausweichbucht am Straßenrand mitten im Wald. Die Straßen waren hier so eng, dass ohne diese Buchten die Fahrzeuge kaum aneinander vorbeikamen.

Als wir in Graun ankamen, kam mir alles zuerst wie ein normaler See vor. Bis wir dann an dieser Kirche vorbeifuhren. Ein Kirchturm mitten im Wasser. Einfach so. Erst da war mir dann klar, dass es sich um einen Stausee handelte, und der Turm zu einem Dorf gehörte, dass damals umgesiedelt und dann geflutet wurde.

Graun

Wir fuhren weiter in Richtung unseres ersten Hotelaufenthalts bis wir schließlich ankamen. Das 3-Sterne Berghotel Tyrol.

Der Blick aus unserem Hotelzimmer

Bei unserer Ankunft schüttete es wie aus Kübeln. Wir waren also gezwungen zuerst einzuchecken, das Gepäck aufs Zimmer zu tragen und uns ein wenig auszuruhen. Eigentlich keine schlechte Idee weil wir beide extrem müde waren, da wir bereits seit 4 Uhr morgens auf den Beinen waren. Also für ein paar Stunden ab ins Bett. Wir hatten ja Zeit.

Nach 3 Stunden sofortigem Tiefschlaf, entschlossen wir uns, mit dem Auto den Stausee abzufahren und nach schönen Anhaltepunkten Ausschau zu halten. Die östliche Seite konnte man umfahren. Die westliche nur zu Fuß begehen. Am Ende des Sees fanden wir sehr versteckt einen schönen Aussichtspunkt.

Aussichtspunkt am Stausee „Vernagt“

Die Farbe des Sees muss man mit eigenen Augen gesehen haben. So Türkis war nicht mal das Meerwasser in Kuba. Allerdings waren die Temperaturen deutlich unter denen in der Karibik. Ich bin nicht reingesprungen. Nur meine Hand hab ich an einem Ufer mal reingestreckt. Baden? Nein, danke!

Die Straße östlich um den Stausee herum.

Kleine Abstecher zu Fuß konnten wir uns dann doch nicht verkneifen. Die Neugier war zu groß und die Umgebung zu schön.

Abends gab es noch ein leckeres Abendessen mit großzügigem Salat und verschiedenen Nudeln. Dazu noch einen leckeren Nachtisch. In dem Hotelstübchen gönnten wir uns, quasi zur Eröffnung unseres Kurzurlaubs, noch ein paar Drinks. Verrückt war die Vielfalt der Getränke, die man dort bestellen konnte. Dort gab es eine Vielzahl von Grappa, Rum, Whiskey, Cocktails und Gin. Ich verbiss mich in einen jamaikanischen braunen Rum – der Hurricane Dark Rum. Der perfekte Abschluss des ersten Tages.

Havanna – Kuba

Da waren wir also nun. Unser erstes Hotel auf Kuba. Da es dunkel war, als wir dort ankamen, war mir nicht wirklich bewusst, was für ein riesen Ding dieses Hotel doch war. Ich hatte mit schlimmeren Zuständen gerechnet. Man liest ja so einiges, wenn man sich über diese Insel informiert. Das Bild vom Hotel hatte ich am Tag drauf erst aufgenommen.

Das Hotel
Der Eingangsbereich des Hotels mit einem Oldtimer, wie man sie viel auf Kuba sieht
Der Eingangsbereich des Hotels
Die Poolanlage vom Hotel

Ich finde es ja generell gut, wenn man nicht unbedingt die Sehenswürdigkeitenliste jeder x-beliebigen Touriseite abklappert. So bekamen wir von unseren Reiseführer eine gefühlt, exklusive Tour durch Havanna (wenn man von dem Rum und Zigarrenfabrikverkauf absieht). Am Kapitol fuhren wir zum Beispiel nur vorbei. Störte mich auch nicht weiter, weil die Kuppel von einem Baugerüst ummantelt war. Selbst mit den heftigsten Photoshopskills bekommt man solche Baustellenbilder nicht gerichtet. Zumindest ich nicht.

Zu Beginn hielten wir trotzdem noch auf dem „Plaza de la revolución“. Muss ja irgendwie auch sein und sollte man auch gesehen haben. Mehr als die Gebäude dort, haben mich allerdings die Oldtimer interessiert.

Tabak und Rum

Wenn die Kubaner eins können, dann ist das Zigarren und Rum herstellen. Beides in Kombination an einem kubanischen Strand zu konsumieren, ist übrigens der absolute Wahnsinn. Ich war nie der Typ, der gerne Zigarren rauchte, aber auf Kuba konnte ich es einfach nicht lassen. Auch wenn ich mir die Dinger auf zwei Etappen aufteilen musste. Eine ganze Zigarre an einem Abend war meistens nicht drin. Wirklich Gefallen fand ich an Rum. Pur. Bei Zimmertemperatur. Höchstens mal einen Eiswürfel ins Glas. Allerdings nur bei den Günstigeren. Rum mit Cola halte ich für eine absolute Sünde. Bis heute trinke ich immer mal wieder gerne ein kleines Gläschen Rum. Anfangs noch den 7-jährigen Havanna-Rum. Heute trinke ich gerne Don Papa, Ron Botucal, Plantation (XO) oder Ron Zapaca 23. Ich lege allerdings weniger Wert auf den Hersteller. Es gibt in den Discoutern häufig Angebote, bei denen No-Name-Rum für unter 10€ verkauft wird. Auch hinter diesen Herstellern verbergen sich manchmal wahre Schätze.

Hohe Auswahl zum saftigen Preis

Unseren ersten richtigen Stop in Havanna machten wir an einem Fabrikverkaufsladen. Hier kauften wir zwar etwas, übertrieben es allerdings nicht. Wir ahnten schon, dass wir hier garantiert zu viel für die Waren bezahlten. Eine Flasche Ron Santiago de Cuba (0,7l) kosteten hier über 5 CUC. Also ca. 5€. Ich weiß jetzt nicht genau, welche Qualitätsklasse dieser Rum hat, ich habe ihn auch nie probiert, aber man kann sagen, dass diese Preise für kubanische Verhältnisse richtig krasse Abzocke waren. Denn wenn man in Kuba etwas hinterhergeworfen bekommen, dann ist das Rum und Zigarren. Trotzdem möchte ich euch die Eindrücke von dem Laden nicht vorenthalten.

Der Eingangsbereich von „Romeo y Julieta“

Romeo y Julieta ist eine der ältesten und bekanntesten Zigarrenmarken Kubas. In Europa dürften die Zigarren von „Cohiba“ die Bekanntesten sein. Zumindest war das für mich der Hersteller, der mir bis dato am meisten sagte und mir auch im direkten Vergleich am besten schmeckte. Bis heute.

Die Vielfalt in diesem Laden erschlägt dich förmlich

Wie ihr auf dem Bild erkennen könnt, kostet hier eine einzige Zigarre umgerechnet 5 Euro. Absoluter Wucher. Die Markenware ist natürlich nur schlecht mit No-Name-Zigarren zu vergleichen, aber am Tag drauf habe ich auf einem Bauernhof ein ganzes Bündel Zigarren für ein paar Euro gekauft. Zwei der 10 Zigarren waren nicht gut, da der Durchzug schlecht war, aber die restlichen waren absolut Top.

Wir waren beide recht schnell wieder aus dem Laden draußen. Da wir auf die anderen Mitreisenden warten mussten, bis deren Shoppingtour beendet war, hatte ich noch die Gelegenheit in der unmittelbaren Umgebung Bilder von Havanna zu machen.

Eine Seitenstraße in der Nähe des Shops
Die Straße neben dem Shop

Qualitätskontrollen

Laut Reiseführer gibt es in Kuba strenge Qualitätskontrollen für Zigarren. So wird bei der Herstellung die Form, die Länge, der Durchmesser und das Gewicht zu 100% überwacht und bei Abweichungen aussortiert. Außerdem wird stichprobenartig auch der Geschmack der Zigarre kontrolliert. Hierfür gibt es tatsächlich einen Qualitäter, der den ganzen Tag nichts anderes tut als Zigarren zu rauchen. Nach diesen Kontrollen werden die fertigen Zigarren für mehrere Monate bei bestimmter Temperatur und Luftfeuchtigkeit eingelagert. Dieses Verfahren macht die Zigarren so gut und damit bekannt.

Das Zentrum

Von der Shoppingtour ging es mit dem Bus in das Stadtzentrum. Wir wurden am Plaza de San Francisco rausgelassen und liefen Richtung Norden weiter in die Stadt.

Basilica Menor de San Francisco de Asis

Wir hatten leider nicht die Zeit dafür, aber wenn man mal ungestört etwas essen möchte, findet man hinter manchen Ecken ganz besonders lauschige Plätzchen. Einfach ein Traum.

Am Plaza de Armas ging es dann weiter Richtung erster Pause. Wohin genau, wussten wir in diesem Moment nicht.

El Templete
Plaza de Armas
Palacio de los Capitanes Generales

Die gesamte Gruppe wurde in eine kleine Bar gelockt. In dieser hatten wir die Möglichkeit in einem Hinterhof Platz zu nehmen. Zugegeben, der Hof war nicht der Schönste, aber hier tranken wir die besten Mochitos, die wir je getrunken haben.

Der Hinterhof der Bar mit hervorragenden Mochitos. Prost.

Nach dem gemütlichen Beisammensein und den leckeren Drinks ging es weiter zur Kathedrale von Havanna. Einer von sieben katholischen Kathedralen Kubas. Über den Zeitraum von 1796 and 1898 befanden sich hier die sterblichen Überreste von Christopher Columbus.

Die Kathedrale von Havanna

Anschließend besuchten wir eine sehr bekannte Bar in der Hemingway anscheinend öfter zu Besuch war. Auf ein Metzerpapier schrieb er scheinbar die Worte “My mojito in La Bodeguita. My daiquiri in La Floridita”. Leider wurden wir an der Tür der Bar abgewiesen, da diese für eine so große Gruppe, wie wir es waren, nicht mehr genug Platz bot. Das Bild von einem Hinterhof schoß ich genau in der Straße, in der sich die besagte Bar „La Bodeguita del Medio“ befand.

Ein Hinterhof in Havanna

Es ging wieder Richtung Bus. Abgeschlagen von der restlichen Truppe, machte ich noch einer meiner absoluten Lieblingsbilder am Straßenrand einer Seitenstraße.

Drei typische kubanische Autos am Straßenrand
Castillos de los Tres Reyes del Morro

Mittagessen gab es im Los Doce Aposoles. Ein Restaurant direkt am Kanal neben der Burg „Castillos de los Tres Reyes del Morro“. Nach dem Essen durften wir noch hoch auf die besagte Burg. Von dort hatten wir einen fantastischen Blick über Havanna.

Blick von der Castillos de los Tres Reyes del Morro

Hemingway’s Finca

Zum Abschluss der Havannatour ging es zuletzt noch in das 20km entfernte Ernest Hemingway Museum. Dieses lag etwas außerhalb von Havanna und gehörte zu den damaligen Zeiten dem Schriftsteller persönlich. Hemingway vermachte die Finca der Stadt Havanna als er starb. Diese bauten es in ein Museum um. Wobei umbauen bedeutet, dass alles so gelassen wurde, wie es war, damit Interessenten es begutachten können. Man sagt, dass die Flasche Rum auf dem Beistelltisch im Wohnzimmer, wohl tatsächlich die originale Flasche Rum war, die Hemingsway zuletzt getrunken hatte.

Die Übersicht des Anwesens
Das damalige Wohnzimmer von Ernest Hemingway
Das Gästehaus
Das Esszimmer
Die Loggia

Selbstverständlich hatte Hemingway auch seinen eigenen Aussichtsturm mit Blick auf Havanna.

Blick vom Aussichtsturm der Finca
Sein Boot

Ganz besonders hat mir die Poolanlage gefallen. Man konnte sich extrem gut vorstellen hier ein wenig abzuschalten. Leider war der Pool eingezäunt und das Wasser wurde abgelassen. War wohl nichts mit der Abkühlung. Aber auch der Weg zu der Poolanlage war super schön angelegt. Hier haben wir auch unseren ersten Kolibri gesehen. Leider war der Vogel viel zu flink und auch zu schnell wieder verschwunden, bevor ich überhaupt meine Kamera zücken konnte.

Der Weg vom Pool zurück zur Finca
Der Pool

Für den nächsten Tag war ein Trip zu den Tabakplantagen im Nord-Westen, in Pinar del Rio geplant. Also raus aus der Stadt und rein in die Natur. Was uns dort erwartet hat, erfahrt ihr in einem separaten Beitrag.

Bis dahin hoffe ich, ihr bleibt mir treu.

Rundreise – Kuba

Unsere erste größere Reise 2016 sollte was Besonderes sein. Anfangs wollten wir es mit Mexiko probieren, bis einer von uns auf der Landkarte an der größten Karibikinsel hängen blieb.

Wir wollten nicht selbst die einzelnen Hotels und Routen zusammen suchen müssen, deswegen entschieden wir uns für eine geführte Rundreise. Das Komplettpaket sozusagen. Für die 20 Personen, die sich an der Rundreise beteiligten, stand immer ein Bus mit samt Fahrer und Reiseführer bereit.

Unsere Tour verlief über die komplette Insel. Dabei legten wir folgende Stops ein:

  • Havanna
  • Pinar del Rio
  • Havanna Flughafen
  • Santiago de Cuba
  • El Cobre
  • Camagüey
  • Sancti Spíritus
  • Topes De Collantes
  • Trinidad
  • Cienfuegos
  • Varadero

Die Strecken wurden komplett mit dem Bus bewältigt. Die Ausnahme war ein Inlandsflug von Havanna nach Santiago de Cuba.

Über Kuba

Kuba ist die größte Insel der Karibik und ein bürokratisch-autoritärer Staat. Viele Firmen liegen in der Hand des Staates und werden von diesem kontrolliert. Heutzutage gibt es allerdings immer mehr Ausnahmen, in der Privatpersonen die Möglichkeit haben, sich selbstständig zu machen. In Kuba war das früher keine Selbstverständlichkeit. Um hier nicht einen zweiten Wikipediaeintrag zu erstellen, möchte ich allerdings viel mehr über meine persönlichen Erfahrungen von diesem Land berichten.

Begleitet wurden wir, wie erwähnt von einem Reiseführer. Da die Meinungs- und Pressefreiheiten in Kuba stark beschnitten sind, und der Tourismus streng vom Staat kontrolliert wird, muss man die Informationen, die man von einem Reiseführer erhält, mit Vorsicht genießen. Das ist zumindest meine Einschätzung. So wurde die Route eines Taxifahrers zum Beispiel, den wir bei der Abreise in Anspruch nahmen, über ein GPS Modul, in unserem Fall hinter dem Fahrersitz, überwacht. Wir wurden auch das Gefühl nicht los, dass auch der Reiseführer nicht immer das sagen durfte, was er wirklich denkt.

Fakt ist allerdings, dass Kuba, für lateinamerikanische Verhältnisse ein gutes Bildungs- und Gesundheitswesen vorzuweisen hat. Allerdings mangelt es dort an Lehrern und Ärzten, da die hochgebildeten Kubaner in vielen Fällen im Ausland arbeiten, da dort die Gehälter ein Vielfaches über dem in Kuba liegen. Viele der Menschen in Kuba arbeiten auf Grund der Entlohnungen auch bewusst in der Tourismusbranche. Dort liegen allein die Trinkgelder der Touristen weit über den monatlichen Verdienstmöglichkeiten eines kubanischen Arbeiters. Somit gehörten Menschen, wie unser Reiseleiter zu den wohlhabenderen Menschen auf Kuba.

Währungen

Für uns eher ungewöhnlich ist, dass es in Kuba zwei Währungen gibt. Hierbei handelt es sich um Peso Cubano (CUP) und Peso convertible (CUC). CUP ist die Währung, die vom Staat an die Bewohner ausgezahlt werden. Damit können die Einheimischen in Supermärkten ihre gewünschten Waren einkaufen. Touristen bezahlen mit dem vom Wert an den US-Dollar gekoppelten CUC. Somit ist der Wert von CUC um den Faktor 25 höher als der des CUP. Das verdeutlicht, warum die Touristenbranche für kubanische Einheimische so begehrt ist. Außerhalb des Tourismus haben die Einwohner dort keine Möglichkeit an die lukrativere Währung CUC zu gelangen. Umgekehrt ist es Touristen ebenfalls nicht möglich, ausländisches Geld in CUP einzutauschen oder gar am Automaten CUP abzuheben.

Guter alter Gebrauchter

Vielleicht kennt der ein oder andere die mit wunderschönen, in grellen Farben leuchtenden Oldtimer, die man online so finden kann, wenn man sich für Kuba interessiert. Wenn ihr euch fragt, wo die alle her kommen, gibt es dafür eine einfache allerdings für uns Europäer sehr verblüffende Erklärung: Den Kubanern war es bis in das Jahr 2014 nicht gestattet Autos zu importieren. Da die Kubaner selbst keine Autos produzieren, war es somit nicht gestattet, ein neues Auto zu kaufen. Die Einwohner hatten bis vor Kurzem also keine andere Möglichkeit, die Autos, die sie hatten, am Leben zu erhalten. Somit wurden sie zu echten Profis, was die Reparatur der alten Gefährten anging. In einigen Autos werkeln auch nicht mehr die originalen Motoren unter der Haube. Für mich sehr einprägsam war die Präsentation eines 60 Jahre alten Rolls Royce an einer Raststätte, der nach so langer Zeit noch funktionierende elektrische Fensterheber im hinteren Bereich des Fahrzeugs verbaut hatte. Absolut umwerfend, das man zu damaligen Zeiten überhaupt ein Auto kaufen konnte, der eine solche technisch hochwertige Ausstattung bot.

Die Highlights

José-Martí-Denkmal in Havanna am Plaza de la Revolución

Havanna ist wirklich eine Wucht. Wir waren nur kurze Zeit in der Stadt. Man kann aber locker eine Woche hier verbringen und es wird einem nicht langweilig. Hier gibt es unzählige Denkmäler und Plätze. Nicht nur Havanna, sondern auch so ziemlich jede einzelne Stadt auf Kuba, hat einen solchen Platz mit einem solchen Namen. Wir nahmen Platz in einer typischen Bar in einem Hinterhof und tranken einen ausgezeichneten Mojito und besuchten als Abschluss noch die ehemalige Finca des weltbekannten Ernest Hemingway.

Eine Tabakplantage eines Bauern in Pinar del Rio

Als absolutes Kontrastprogramm zu Großstadt Havanna ist die ländliche Gegend in Pinar del Rio. Hier trifft man auf hügelige, von Wäldern überzogene Landstriche. Wir besuchten vor Ort einen Tabakbauern, der uns auf seinen Hof einlud und uns frisch gedrehte Zigarren verkaufte. Anschließend machten wir eine kurze Bootstour auf einen unterirdischen Fluss der durch ein Höhlensystem verlief und kamen in einem versteckten Tal dahinter wieder raus. Hier verdrückte die Gruppe quasi mitten im Dschungel zwei Spanferkel. Die Kubaner essen übrigens generell sehr viel Reis mit Bohnen. Anfangs hatte ich damit noch keine Probleme, irgendwann kann man diese Zutaten allerdings nicht mehr sehen.

Ein Leuchtturm in der unmittelbaren Nähe der Festung Castillo de San Pedro de la Roca (Santiago de Cuba)

Neben Santiago de Cuba besuchten wird auch eine Festung am Rande der Stadt. An diesem Tag ging es mir leider extrem schlecht, so dass ich nicht sonderlich viele Bilder machen konnte und wollte. Mich plagte ein Tag zuvor etwas Fieber. Bei mir auf Reisen leider keine Seltenheit.

Das Nationalheiligtum der Katholiken in Kuba mit dem langen Namen: Basílica Santuario Nacional de Nuestra Señora de la Caridad del Cobre

Wie unser Reiseführer uns erzählt hat, handelt es sich bei dieser Kirche in dem kleinen Örtchen El Cobre um ein Nationalheiligtum. Menschen sind kilometerlang auf Knien zur Kirche gelaufen, um Buse zu tun. Betreten konnten wir die Kirche nicht, da wir sonst den laufenden Gottesdienst gestört hätten. Diese Kirche beherbergt übrigens die 23 karätige Goldmedaille, die Ernest Hemingway 1954 in Verbindung eines Literaturnobelpreises überreicht bekam. Er machte diese Medaille Kuba zum Geschenk.

Kathedrale in Camagüey

Zwei kürzere Stopps legten wir in Camagüey und Sancti Spiritus ein. Hier wurden wir mit einem Fahrradtaxi zu einem Markt gebracht über diesen wir schlendern durften. Limetten, Papayas, Zwiebeln, Mangos, Ananas, Fleisch und noch viele andere Dinge, konnte man hier kaufen.

Blick von einem Aussichtsturm in Topes de Collantes

Eigentlich ist das Topes de Collantes ein richtig schöner uriger Ort. Leider wurden diese zwei Übernachtungen mitten im Nirgendwo für uns zum absoluten Albtraum. Um einen kleinen Tipp zu geben: Es hat etwas mit starkem anhaltenden Regen und Trockenheit suchendes Ungeziefer zu tun. Lecker. Die Trucktour und die Wanderung mitten durch den Regenwald, waren allerdings ein spannendes Erlebnis. Trotz den Horrornächten und dem einhergehenden Schlafmangel an den Tagen danach.

Blick über Trinidad

Für die zwei etwas unangenehmeren Nächte wurde wir in Trinidad entlohnt. Eine wundervolle Stadt. Das Bild entstand auf einem Aussichtturm, der über eine extrem enge Treppe betreten werden musste.

Blick vom Strand auf unser Hotel Las Américas in Varadero

Abgeschlossen wurde die Rundreise mit einem einwöchigen Aufenthalt im Hotel Las Américas am wunderschönen Strand von Varadero. Hier war wirklich alles perfekt. Mehrere Restaurants die Essen à la carte anboten, mehrere große Pools, eine Poolbar, ein wunderschöner und ruhiger Strand, ordentliche und saubere Zimmer und WLAN in der Lobby. Ach ja, so viel Rum, wie man nur trinken konnte. Hier bin ich auf den Geschmack von 7 jährigen Rum gekommen. Pur, ohne Eis. Mit kubanischem Felling natürlich viel besser, als er in Deutschland je sein würde.

Uracher Wasserfälle

Der Uracher Wasserfall befindet sich zwei Kilometer südwestlich von Bad Urach im Maisental. Kann schon sein, dass ich als kleines Kind mal dort gewesen bin. Erinnern konnte ich mich aber nicht . Als wir Ende 2017 durch Australien gereist sind, haben wir uns auch zwei solcher Wasserfälle angesehen. Ich war damals schon recht beeindruckt. Der Uracher Wasserfall war aber der bisher größte seiner Art.

Fakten über den Wasserfall

Die Quelle des Wassers liegt über 600 Meter über dem Meeresspiegel. Je nach Jahreszeit und vorherigen Regenfällen liegt die Wassermenge zwischen 70 und 420 l/s. Das glasklare, sehr kalkhaltige Wasser fällt 37 Meter in die Tiefe. Je nach Wetterlage bilden sich mehrere kleine Wasseradern, die anschließend durchs Tal fließen. Der Bereich um den Wasserfall wurde früher zum Abbau von Kalktuff genutzt, der zum Beispiel für den Bau der Uracher Amaduskirche genutzt wurde.

Bad Urach mit der Amaduskirche

Die Wanderroute

Unsere Route

Es gibt noch diverse andere Routen mit über 10 Kilometer Länge. Unsere war nur 5,8 Kilometer lang und beinhaltete den unteren und den oberen Wasserfallweg. Die Strecke ist weitgehendst von Steigungen befreit.-von der Steigung am Wasserfall abgesehen. Für uns sollte es ein gemütlicher Spaziergang und kein stressiger Halbmarathon werden.

Die Route startet am Parkplatz Maisental. Zum Wasserfall sind es rund 2 Kilometer entgegen der Flussrichtung des Wassers. Im Laufe der Strecke kommt man an Feuerstellen, Aussichtpunkten, Hütten und natürlich am besagten Wasserfall vorbei. Eine enorm idyllische Gegend. Um auch die anderen Routen zu testen, haben wir uns geschworen, irgendwann nochmal dort vorbei zu gehen. Vielleicht sogar mit Grillsachen. Würde sich auf jeden Fall anbieten.

Allerdings muss man sagen, dass die Route nach der Hütte oberhalb des Wasserfalls (oberer Wasserfallweg) etwas langweilig wird. Wer gerne noch weniger laufen möchte, könnte eine Pause an der Hütte einlegen, eine Kleinigkeit essen und trinken, um dann wieder umzukehren. Das Beste hat man dann bereits gesehen.

Der unterer Wasserfallweg stellt hier eindeutig das Highlight der Route dar.

Die starken Strömungen sollte man nicht unterschätzen. Kleine Kinder und Hunde kann man allerdings an etwas ruhigeren Abschnitten die Füße ins Wasser strecken lassen.

Das glasklare Wasser des Brühlbachs.

Der Wasserfall

Nach wenigen Minuten kommt man schließlich zum Urbacher Wasserfall.

Was würde sich bei einem Wasserfall mehr anbieten, als erneut den Graufilter zu testen. Wie man sofort erkennen kann, wird das Wasser herrlich weichgezeichnet. Einfach ein wunderschöner Effekt.

Abseits der Pfade

Für das Bild „Abseits der Pfade“ holte ich mir nasse Füße, weil ich es einfach nicht lassen konnte, über einen Arm des Bachs hindurch zu waden, um einen steilen Hügel hinaufzulaufen. Quasi ein Bild aus dem Zentrum heraus. Es lohnt sich.

Tipp am Rande: Holt euch keine nassen Füße, indem ihr anstatt Turnschuhe, Trackingschuhe anzieht. Lauf zuerst auf der rechten Seite den Hügel hinauf. Erstens, weil es dort Stufen gibt, zweitens, weil ihr trotzdem ein Bild aus dem Zentrum machen könnt, ohne durch den Dreck zu stiefeln. Gesehen hab ich das erst, als ich bereits oben war.

Blick vom rechten Seitenpfad aus
Am Fuße des Wasserfalls

Ab hier wird es extrem rutschig. Also ein bisschen aufpassen, wo man hintritt. Die Stufen sind aus glattem einbetoniertem Stein. Ab hier führt ein kurzer etwas steilerer Weg nach oben zum Kopf des Wasserfalls und zu einer Hütte, die Essen, Trinken und Toiletten bietet.

Blick vom Kopf des Wasserfalls
Hier schießt das Wasser nach unten
Die Steinbrücke in Richtung der Wasserfallhütte

Der Rastplatz

Die Wasserfallhütte

Ein Radler und eine Weinschorle tun nach so einem Aufstieg gut. Viele sahen das genauso wie wir. Zu viel sollte man von der kleinen Hütte allerdings nicht erwarten. Das Angebot von Essen und Getränken ist sehr begrenzt. Lecker war es aber trotzdem.

An der Hütte ist mir die erste Grillstelle aufgefallen, an der man sich gemütlich zusammensetzen und ein paar Würstchen ins Feuer halten kann.

Restlicher Verlauf

Nach der Hütte folgt ein langer Waldweg, der außer eine weitere Grillstelle mitten im Wald, nicht sonderlich viel zu bieten hat. Steigungen muss man allerdings auch keine mehr überwinden.

Das nächste Mal darf die lange Route dran glauben. Eine alte Bugruine haben wir auch ausgelassen. Es gibt also noch ein bisschen was zu sehen, worauf wir uns jetzt schon sehr freuen.

Stuttgarter Schlossplatz – Unterwegs mit meinen neuen Graufiltern

Neu in meine Ausrüstung hinzugefügt wurde ein Graufilter, den ich mir schon etwas längere Zeiten wünschte. Bei meinen Recherchen stellte ich schnell fest, dass man für einen Graufilter ordentlich viel Geld liegen lassen kann. Da dies meine ersten Graufilter sind und ich diese erst ausprobieren möchte, bevor ich mich in Unkosten stürze, sollten meine neuen Filter nicht zu teuer sein. Ich entschied mich für ein Dreierset der australischen Firma GOBE für um die 50€. Mit einem ND8, ND64 und ND1000 Filter erhält man eine, für mir sehr sinnvolle und breitgefächerte, Auswahl.

Für was ist ein solcher Filter gut?

Viele dürften den Effekt kennen, wenn man nachts ein Bild machen möchte, die Kamera auf ein Stativ stellt und mehrere Sekunden belichtet. Je länger man belichtet, wird das Bild immer heller. Somit erkennt man auch in tiefster Nacht Details der Umgebung. Bewegungen verschwimmen stark – bei sehr langen Belichtungszeiten sogar so stark, dass sich bewegende Objekte komplett verschwinden.

Was macht man nun, wenn man bei helllichtem Tag mehrere Sekunden belichten möchte? Macht man das ohne Hilfsmittel, wird das Bild auf Grund der viel zu hohen Lichtmenge viel zu hell. Ein Graufilter schafft Abhilfe. Dieser hat eine gewisse Lichtdurchlässigkeit. Je höher die Kennziffer auf dem Filter, desto lichtundurchlässiger ist er.

Stellt man die drei Filter, die ich gekauft habe in einer Tabelle gegenüber wird deutlich, was hier mit der Lichtmenge passiert.

Filtertyp Anzahl der
Blendstufenverringerung [n]
Lichtdurchlässigkeit [%]
ND8312,5
ND6461,5
ND1000100,098

Das bedeutet, dass im Falle des ND1000 Filters, der für meine Bilder in diesem Beispiel verwendet wurde, die eingestellte Blende an der Kamera um Faktor 10 verringert wird. Fotografiert man nun mit einer Blende von f2, wird die einfallende Lichtmenge so stark verringert, dass es ohne Filter einer Blende f20 entsprechen würde, da nur noch 0,098% der eigentlichen Lichtmenge beim Sensor ankommt. Durch diesen Effekt hat man dann die Möglichkeit, deutlich länger zu belichten, ohne das das Bild überbelichtet.

Der Effekt

Stuttgarter Schlossplatz. Schloss mit Brunnen im Vordergrund

Wie man nun unschwer erkennen kann, verschwimmen nun auch bei Tageslicht die Bewegungen der Menschen so stark, dass sie kaum noch zu sehen sind. Per Photoshop lassen sich die „Reste“ der Personen mit Leichtigkeit entfernen.

Stuttgarter Schlossplatz. Schloss mit Brunnen im Vordergrund

Die Wasserbewegungen verschwimmen so stark, dass keine einzelnen Tropfen mehr wahrnehmbar sind. Stattdessen entsteht eine samtig weiche Wasserbewegung. Auch das Wasserbecken in dem sich das Wasser von oben sammelt, wird samtig weich und bekommt eine matte Oberfläche. Spiegelungen im Wasser sind somit kaum noch sichtbar.

Die Nachteile

Ein solcher Filter hat auch Nachteile. Viele der Filter, vor allem die Billigfilter, verfälschen sehr stark die Farben eines Bildes. Für mich haben diese Nachteile allerdings keine Relevanz, da ich ohnehin eher selten die Farbgebung eines Bildes im Photoshop originalgetreu beibehalte.

Ein Nachteil speziell meiner Filter ist, dass diese Filter auf das vorhandene Objektiv geschraubt werden. Somit passen die Filter auf kein anderes Objektiv, außer es hat auch einen Durchmesser von 43 mm. Vielseitiger und für alle Objektive im Sortiment passend, wäre ein Steckfiltersystem mit Filterhalter. Dieser Filterhalter lässt sich an jedem Objektiv befestigen und einzelne Filter per Stecksystem einsetzen. Der Nachteil an solchen Systemen ist allerdings, dass eventuell seitlich eintretende Licht, da der Filterhalter nicht sauber mit dem Objektiv abschließt. Je nach Variantenvielfalt eines solchen Systems, können dann sehr schnell mehrere Hunderte Euro für solche Filter zusammenkommen. Hier sollte man meiner Meinung nach gründlich abwägen, welches System für einen das Beste ist.

Potential

Stuttgarter Schlossplatz. Schloss mit Brunnen im Vordergrund

Aufnahmen vom Strand in Richtung Meer, lassen das Meer wie einen matten Spiegel wirken, der auch den Wellengang verschwinden lässt. Wasserfälle werden, je nach Belichtungsdauer weichgezeichnet. Ein Tropfenbach wirkt auf einem solchen Bild viel ruhiger und homogener. In einer Szene, in der viele Menschen an der Linse vorbeilaufen werde quasi ausgeblendet. Somit kommt ein Objekt, an dem viele Menschen vorüber laufen, nach längerer Belichtung enorm gut zur Geltung.

Diese Anwendungen möchte ich spätestens an meinem nächsten Trip voll auskosten und werde euch darüber berichten. Mit hoffentlich schönen Ergebnissen.